Allgemein
Wie viele Hände liegen zwischen Ihnen und Ihrem Vermögen?
Die meisten Menschen messen ihr Vermögen in Zahlen. Die wichtigere Frage ist eine andere: Wie viele Hände liegen zwischen Ihnen und Ihrem Vermögen?
Zählen Sie einmal nach. Das Geld auf Ihrem Konto: Ihre Bank hält es, die Zentralbank steht dahinter, der Staat sieht zu und kann eingreifen. Ihre Wertpapiere: ein Depot bei der Bank, eine Lagerstelle dahinter, ein Broker davor. Jede dieser Hände kann melden, sperren, einfrieren, verzögern. Keine davon sind Sie.
Jede Hand ist ein Zugriffspunkt
Das ist keine abstrakte Sorge, sondern der rote Faden hinter den Entwicklungen der letzten Jahre:
- Konten werden zwischen Staaten automatisch gemeldet — wer was wo hält, ist längst keine Privatsache mehr.
- Mit der EU-Geldwäschebehörde AMLA und dem verschärften Geldwäschepaket steigt die Zahl der automatisierten Verdachtsmeldungen. Allein in Deutschland gehen jährlich über 300.000 davon ein — ein Verdacht genügt, und ein Konto kann eingefroren werden, bevor ein Gericht etwas geprüft hat.
- Die EU-Kommission hat eine Studie für ein zentrales Vermögensregister in Auftrag gegeben. Der Internationale Währungsfonds hat bereits durchgerechnet, dass eine einmalige Vermögensabgabe von rund zehn Prozent die Schuldenquoten der Eurozone deutlich senken würde. Beides offizielle Dokumente, keine Verschwörung.
Der gemeinsame Nenner ist einfach: Jede dieser Maßnahmen greift dort, wo eine Hand zwischen Ihnen und Ihrem Vermögen steht. Was für den Staat erreichbar ist, wird früher oder später erreicht.
Nicht wie viel — wie nah
Ein Vermögenswert in fremder Verwahrung ist rechtlich oft nur ein Anspruch gegen einen Anbieter. Er lässt sich sperren, verwalten, einfrieren. Ein Wert in Ihrer eigenen Verfügungsgewalt spielt in einer anderen Liga — nicht versteckt, nicht anonym, sondern schlicht ohne Mittelsmann, der ihn für jemand anderen anhalten könnte.
Das ist kein Grund zur Panik. Es ist ein Grund, die Frage überhaupt einmal zu stellen: Wie viele Hände liegen heute zwischen Ihnen und dem, was Ihnen gehört — und bei welchem Teil Ihres Vermögens könnten es weniger sein?